Monthly 06/2026

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde der US Treuhand,

beim Stichwort Fußball-Weltmeisterschaft entstehen sofort Bilder ausverkaufter Stadien und globaler Aufmerksamkeit. 2026 wird diese Bühne größer sein als je zuvor. 48 Nationen, 104 Spiele und Millionen von Besuchern machen die FIFA-Weltmeisterschaft zur größten ihrer Geschichte. Eine besondere Rolle spielt dabei Dallas Fort Worth. Genauer gesagt: Arlington. Das AT&T Stadium wird neun Spiele ausrichten, mehr als jede andere Arena des Turniers. Sogar ein Halbfinale wird hier ausgetragen.

Das ist kein Zufall.

Veranstaltungen dieser Größenordnung brauchen weit mehr als ein Stadion. Sie benötigen Infrastruktur, Erreichbarkeit, Hotelkapazitäten und eine Region, die Wachstum nicht nur erlebt, sondern gestaltet. Genau das zeichnet Dallas Fort Worth aus. Die Metropolregion zählt seit Jahren zu den dynamischsten Wirtschaftsräumen der USA. Unternehmen investieren, Menschen ziehen zu, neue Quartiere entstehen. Aus kontinuierlichem Wachstum ist eine Region von nationaler Bedeutung und internationaler Strahlkraft geworden.

Solche Entwicklungen beobachten wir besonders aufmerksam. Seit über drei Jahrzehnten investieren wir in Standorte, deren Dynamik auf soliden Fundamenten ruht. In Märkte, die nicht von kurzfristigen Trends leben, sondern von wirtschaftlichen, demografischen und infrastrukturellen Faktoren, die Wachstum langfristig tragen. All das trifft auf Dallas Fort Worth zu.

Mit dem Vertriebsstart des UST XXVII rückt nun auch das Objekt in den Mittelpunkt. Der Pinnacle Tower profitiert von einer Region, die wirtschaftlich wächst und junge Talente anzieht. Welche Kräfte diese Entwicklung tragen, betrachten wir in dieser Ausgabe genauer: die wirtschaftliche Vielfalt von Dallas-Fort Worth und die demografischen Entwicklungen, die Downtown Dallas prägen.

Die Weltmeisterschaft bringt die Kameras nach Texas. Die eigentliche Geschichte dahinter beginnt jedoch lange vor dem Anpfiff.

Let's dive in.

Ihr Fabian Frenz

Leiter Vertrieb und Marketing

Monthly 06/2026

Märkte und Menschen I

Das DFW-Prinzip: Wachstum braucht keinen Lieblingssektor

Monthly 06/2026

Viele amerikanische Wachstumsregionen lassen sich mit einem einzigen Begriff erklären. Houston steht für Energie, das Silicon Valley für Technologie. Solche Zuordnungen schaffen Orientierung. Sie zeigen aber auch, wie schmal die wirtschaftliche Basis eines Standorts sein kann. Die einstige Autometropole Detroit gilt bis heute als Lehrstück für die Risiken einer Monostruktur.

Dallas-Fort Worth folgt einer anderen Logik. Die Metropolregion wächst nicht entlang einer einzelnen Erfolgsgeschichte. Zwischen den globalen Logistiknetzen von FedEx und UPS, den Unternehmenszentralen von AT&T und McKesson, den Aktivitäten von Toyota North America sowie den Investitionen internationaler Konzerne wie Siemens entsteht ein Wirtschaftsraum, der sich nicht auf einen einzelnen Wachstumstreiber reduzieren lässt. Die Region entwickelt sich aus dem Zusammenspiel mehrerer Branchen, die sich gegenseitig stärken und unabhängig voneinander Nachfrage erzeugen.

Wo Zukunft auf Substanz trifft

Besonders sichtbar wird das in der Technologie. Anders als an den Küsten konzentriert sich DFW nicht allein auf digitale Geschäftsmodelle. Die Region entwickelt sich zunehmend zu einem Standort, an dem die Voraussetzungen für Digitalisierung geschaffen werden. Halbleiter-Lieferketten, industrielle Fertigung, Rechenzentren und technische Infrastruktur greifen immer enger ineinander.

Parallel dazu bleibt die industrielle Basis erhalten und verändert ihren Charakter. Produktion wird spezialisierter, Prozesse werden komplexer, technologische Anforderungen steigen. Wertschöpfung entsteht längst nicht mehr in klar getrennten Bereichen. Industrie und Technologie wachsen zunehmend zusammen. Diese Entwicklung macht die Region zu einem wichtigen Baustein einer neuen amerikanischen Produktionslandschaft. Nicht als spektakulärer Einzelstandort, sondern als verlässlicher Teil eines größeren Systems.

Branchen mit langem Atem

Noch deutlicher wird die wirtschaftliche Breite beim Blick auf die Luftfahrt. Mit Unternehmen wie Lockheed Martin sowie den Hauptsitzen von American Airlines und Southwest Airlines gehört DFW zu den wichtigsten Aerospace-Standorten der USA. Das Besondere daran ist nicht nur die Größe, sondern auch die zeitliche Perspektive. Investitionen, Programme und Lieferketten sind hier oft auf Jahrzehnte angelegt.

Gleichzeitig wächst die Gesundheitswirtschaft kontinuierlich weiter. Krankenhäuser, Universitätskliniken, Forschungseinrichtungen und medizinische Dienstleister zählen inzwischen zu den großen Arbeitgebern der Region. Während andere Branchen stärker auf konjunkturelle Schwankungen reagieren, orientiert sich der Gesundheitssektor an langfristigen Entwicklungen wie Bevölkerungswachstum und Versorgungsbedarf. Das verleiht dem Standort zusätzliche Stabilität. Während Technologie neue Dynamik schafft, sorgen Luftfahrt und Gesundheitswirtschaft für Kontinuität. Wachstum verteilt sich auf mehrere Schultern.

Kapital folgt der Bewegung

Wo Unternehmen investieren, folgt früher oder später auch das Kapital. Dass Goldman Sachs, Charles Schwab und andere Finanzhäuser ihre Aktivitäten in Nordtexas ausbauen, ist daher weniger Überraschung als Konsequenz.

Interessanter ist eine andere Entwicklung: Dallas begnügt sich nicht mehr damit, Wachstumsunternehmen hervorzubringen. Die Region baut zunehmend die Infrastruktur auf, über die dieses Wachstum finanziert wird. Die kurz vor dem Handelsstart stehende Texas Stock Exchange ist dafür mehr als ein Symbol. Sie steht für den wachsenden Anspruch, im amerikanischen Finanzsystem eine eigenständigere Rolle zu spielen.

Aus einem Wirtschaftsstandort wird Schritt für Schritt ein Finanzstandort.

Märkte und Menschen II

Die Zukunft zieht nach Dallas

Monthly 06/2026

Demografische Entwicklungen gehören zu den verlässlichsten Kräften wirtschaftlicher Veränderung. Sie wirken langsam, aber nachhaltig. Während viele Industrieländer mit rückläufigen Geburtenraten, alternden Gesellschaften und Fachkräftemangel umgehen müssen, entwickelt sich Dallas-Fort Worth in die entgegengesetzte Richtung. Die Region gewinnt Jahr für Jahr genau jene Bevölkerungsgruppen, um die viele Standorte heute konkurrieren: junge Talente, Hochschulabsolventen, Familien und Unternehmensgründer in der Phase ihres höchsten wirtschaftlichen Potenzials. Diese Entwicklung verändert nicht nur die Bevölkerungsstatistik. Sie verändert die Stadt.

Die produktivsten Jahre

Die Altersgruppe zwischen Mitte zwanzig und Mitte vierzig Jahren prägt Wirtschaftsräume stärker als jede andere. Hier werden Karrieren aufgebaut, Unternehmen gegründet, Wohnungen gesucht und Konsumentscheidungen getroffen. Wer diese Menschen anzieht, gewinnt Wohlstand. Dallas-Fort Worth profitiert seit Jahren von diesem Trend. Unternehmen schaffen Arbeitsplätze, Hochschulen liefern Talente, und vergleichsweise moderate Lebenshaltungskosten machen die Region zusätzlich attraktiv. So entsteht ein Kreislauf, der sich selbst verstärkt. Arbeitsplätze ziehen Menschen an. Menschen ziehen Unternehmen an.

Für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region ist das eine komfortable Ausgangslage. Während andernorts über die Sicherung bestehender Strukturen diskutiert wird, wächst hier die Basis künftiger Nachfrage.

Die Innenstadt wird jünger

Besonders sichtbar wird diese Entwicklung in Downtown Dallas. Die Innenstadt war lange vor allem ein Ort zum Arbeiten. Heute verändert sich ihr Profil. Immer mehr junge Berufstätige entscheiden sich dafür, näher an ihrem Arbeitsplatz, an Restaurants, Kulturangeboten und urbaner Infrastruktur zu leben. Entsprechend wächst die Nachfrage nach Wohnraum. Außerdem verändern sich die Erwartungen an das Umfeld. Nahversorgung, Freizeitangebote, Gastronomie und öffentliche Räume gewinnen an Bedeutung. Die Innenstadt entwickelt sich zunehmend zu einem Quartier, das auch nach Büroschluss funktioniert. Die klassische Trennung zwischen Arbeiten, Wohnen und Freizeit verliert an Bedeutung. An ihre Stelle tritt ein urbanes Umfeld, das mehrere Bedürfnisse gleichzeitig erfüllt.

Talente setzen Standards

Mit der demografischen Entwicklung steigen auch die Ansprüche an Büroflächen. Unternehmen konkurrieren um junge Talente und suchen Standorte, die diesen Erwartungen gerecht werden. Moderne Arbeitswelten, kurze Wege, Gesundheitsangebote und ein attraktives Umfeld werden zunehmend zum Standortfaktor. Gleichzeitig wird ein Teil älterer Büroflächen neu positioniert oder umgenutzt. Dadurch verschiebt sich die Nachfrage auf jene Gebäude, die den neuen Anforderungen entsprechen. Genau hier könnte das Angebot künftig knapper werden. Doch Dallas wäre nicht Dallas, wenn die Stadt auf diese Herausforderung nicht mit neuen Lösungen reagieren würde. Die Fähigkeit, Wachstum zu organisieren, gehört seit Jahrzehnten zu ihren größten Stärken. Und wir als US Treuhand leisten mit unserem Engagement dazu einen Beitrag.

Märkte und Menschen III

Modernisiert, bevor der Markt es verlangte: der Pinnacle Tower

Monthly 06/2026

Mit dem Vertriebsstart des UST XXVII rückt sein Herzstück – der Pinnacle Tower – in den Mittelpunkt. Das 24-geschossige Bürogebäude liegt an der Kreuzung von Dallas North Tollway und LBJ Freeway, zwei der wichtigsten Verkehrsachsen der Metropolregion Dallas-Fort Worth. Rund 51.000 Quadratmeter Mietfläche verteilen sich auf einen Turm, der bereits seit Mitte der 1980er Jahre zum Stadtbild gehört. Die entscheidende Geschichte des Gebäudes beginnt jedoch nicht 1985, sondern mehr als drei Jahrzehnte später.

Zwischen 2016 und 2025   wurde der damalige Occidental Tower für rund 50 Millionen USD umfassend modernisiert und unter dem Namen Pinnacle Tower neu positioniert. Lobby, Konferenzzentrum, Fitnessbereich, Aufenthaltsflächen, Coffee Bar und Außenbereiche wurden grundlegend erneuert. Ziel war es, aus einem klassischen Büroturm der 1980er Jahre ein Gebäude zu machen, das den Ansprüchen moderner Unternehmen gerecht wird.

Rückblickend wirkt diese Entscheidung bemerkenswert. Denn die Modernisierung erfolgte Jahre bevor hochwertige Büroflächen zum dominierenden Thema vieler US-Büromärkte wurden. Heute konzentriert sich die Nachfrage vieler Unternehmen auf genau jene Gebäude, die moderne Arbeitswelten, attraktive Gemeinschaftsflächen und eine hohe Aufenthaltsqualität bieten.

Der Pinnacle Tower verbindet damit zwei Eigenschaften, die selten gleichzeitig zu finden sind: die Größe und Präsenz eines etablierten Hochhauses mit den Qualitäten eines modernisierten Bestandsobjekts. Aus einem Gebäude der 1980er Jahre wurde ein Objekt, das bereits heute den Anforderungen moderner Unternehmen entspricht und zugleich auf die Erwartungen der nächsten Generation von Nutzern vorbereitet ist. Manchmal entsteht eine Investmentstory nicht durch einen Neubau, sondern mit der richtigen Entscheidung – Jahre bevor der Markt ihren Wert erkennt.

Hätten Sie es gewusst?

Texas bohrt nach Öl. Und erntet Wind.

Monthly 06/2026

Kaum ein Ort steht so sehr für fossile Energie wie Texas. Ölquellen, Raffinerien und endlose Highways gehören zum Inventar des amerikanischen Traums. Umso überraschender ist ein anderer Rekord: Kein US-Bundesstaat produziert mehr Windstrom.

2025 erzeugte Texas rund 129.000 Gigawattstunden Strom aus Windkraft. Damit liefert der Lone Star State mehr Windenergie als viele europäische Länder. Besonders im Westen des Bundesstaats hat die Windkraft das Landschaftsbild verändert. Wo einst ausschließlich Bohrtürme den Horizont prägten, drehen sich heute Tausende Rotoren.

Das Bemerkenswerte daran: Texas hat die erneuerbaren Energien nicht als Gegenmodell zur klassischen Energiewirtschaft entwickelt. Vielmehr nutzt der Bundesstaat dieselben Stärken, die ihn einst zur Ölhochburg gemacht haben: Platz, Infrastruktur, Unternehmergeist und die Bereitschaft, groß zu denken. Texas bleibt ein Energiestaat. Nur die Definition von Energie ist heute deutlich breiter als noch vor wenigen Jahrzehnten.

US Treuhand Inside

US Treuhand Inside

Vier Tage Dallas

Manche Eigenschaften eines Standorts lassen sich beschreiben. Zahlen, Flächen, Mietverträge und Marktanalysen passen in jede Präsentation. Andere erschließen sich erst vor Ort. Genau deshalb reisten wir Ende Mai gemeinsam mit ausgewählten Vertriebspartnern nach Dallas. Das Ziel: der Pinnacle Tower. Verbunden mit der Frage, was diesen Standort tatsächlich ausmacht, wenn man ihn nicht auf Folien betrachtet, sondern selbst erlebt. Schon beim ersten Blick auf das Gebäude wurde deutlich, wie groß der Unterschied zwischen Theorie und Wirklichkeit sein kann. Der Turm besitzt eine Präsenz, die sich fotografisch nur schwer festhalten lässt. Noch wichtiger waren jedoch die Eindrücke im Inneren. Wer arbeitet hier? Warum entscheiden sich Unternehmen für diesen Standort? Welche Dynamik prägt das Umfeld? Fragen wie diese lassen sich nicht aus Datenräumen beantworten. Man muss sie erleben.

Was Exposés nicht zeigen

Vor diesem Hintergrund war der Austausch mit Dolf Berle, CEO von Nothing Bundt Cakes, besonders aufschlussreich. Seine Schilderungen über die Entwicklung des Unternehmens machten greifbar, was in Präsentationen oft abstrakt bleibt. Hier sprach kein Mieter über Quadratmeter, sondern ein Unternehmer über Wachstum und die Rolle, die der Standort dabei spielt. Genau darin liegt der Wert solcher Reisen. Ein Mietvertrag liefert Fakten. Die Menschen dahinter liefern den Kontext. Erst im persönlichen Gespräch wird sichtbar, wie Unternehmen ihre Flächen nutzen, welche Anforderungen sie an moderne Arbeitswelten stellen und warum sie sich langfristig an einen Standort binden. Manche Erkenntnisse finden sich in keinem Exposé. Man gewinnt sie erst vor Ort.

Die Stadt hinter dem Investment

Der Pinnacle Tower war der Anlass der Reise. Dallas wurde zur eigentlichen Erkenntnis. Gemeinsam mit unseren Vertriebspartnern nutzten wir die Tage vor Ort, um die Region besser kennenzulernen. Vom Victory Park bis nach Heartland zeigte sich überall dieselbe Dynamik: Wachstum ist hier keine Prognose, sondern Alltag. Besonders eindrucksvoll war der Besuch des AT&T Stadiums in Arlington. Als Austragungsort der FIFA Weltmeisterschaft 2026 steht es sinnbildlich für eine Region, die groß denkt und groß baut. Was andernorts als Ausnahme gilt, gehört hier fast zum Normalzustand.

Genau deshalb erschließt sich Dallas nicht allein über Marktberichte und Kennzahlen. Erst vor Ort wird sichtbar, welche Dynamik diesen Wirtschaftsraum prägt.

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