Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde der US Treuhand,
P. J. O’Rourke, ein US-amerikanischer Satiriker und Journalist, soll einmal gesagt haben: „Weihnachten beginnt ungefähr am 1. Dezember mit einer Bürofeier und endet, wenn man endlich begreift, was man ausgegeben hat, ungefähr am 15. April des nächsten Jahres.“ Klingt nicht so besinnlich, oder? Eher lustig, meine ich. Und wenn Sie mir verzeihen – so richtiges besinnliches „Weihnachts-Feeling“ habe ich noch nicht. Sie etwa? Vielleicht bekommt man das Gespür für Weihnachten auch erst so richtig mit dem ersten Besuch eines Weihnachtsmarktes.
Lassen Sie uns doch gemeinsam Weihnachtsmärkte in den USA besuchen. Denn dort gibt es – wie auch in Deutschland – Christkindl-
Märkte (beispielsweise in Carmel, Indiana, in Chicago oder in Arlington, Texas), ebenso wie stimmungsvolle Weihnachtsdörfer (Baltimore, Maryland) oder auch den Union Square Holiday Market in New York City. Starten wollen wir aber – und passend zur Aktualität unserer gerade platzierten „UST XXVI“ – mit dem Christkindl Market in Atlanta (www.christkindlmarket.org) oder dem Christmas Village in Charlotte (www.cltchristmasvillage.com).
Apropos „gerade platzierter“ Fonds: An dieser Stelle danken wir Ihnen sehr herzlich für das in uns gesetzte Vertrauen und für den guten Platzierungserfolg unseres AIF „UST XXVI“. Und wenn Weihnachten vielleicht auch schon vor dem 15. April des kommenden Jahres enden sollte, werden wir zeitnah mit Ihnen wieder auf unseren anstehenden neuen AIF „UST XXVII“ blicken. Dazu werden wir Sie weiterhin über Entwicklungen zur US-Wirtschaft oder zu den US-Büroimmobilienmärkten auf dem Laufenden halten. Deswegen: Save the Date! In der Woche vom 8. bis zum 12. Dezember werden wir Sie noch gesondert zu zwei kurzen Webinarterminen einladen. Hierin schauen wir kurz zurück auf das Vertriebsjahr 2025 und nach vorn auf die Entwicklungen am US-Büromarkt. Vorab widmen wir diesem Markt einen Artikel in unserem letzten Monthly dieses Jahres. Auch werfen wir einen kurzen Blick auf die Tech-Branchen und deren geplantes Verhalten hinsichtlich der Anmietung qualitativ hochwertiger Büroflächen. Last but not least haben wir auch einige „Good News aus den USA 2025“ für Sie zusammengetragen
Also: „Stay curious, stay tuned – und bye for now“!
Happy Christmas und schöne, erholsame letzte Tage im ausklingenden Jahr 2025!
Ihr
Thilo Borggreve
Der US-Büromarkt zeigt erstmals seit Jahren deutliche Signale einer Bodenbildung. Laut JLL stabilisiert sich die Nachfrage seit zwei
Jahren, und erstmals seit Anfang 2019 sinkt die Leerstandsquote wieder. Gleichzeitig ist die Bautätigkeit stark zurückgegangen, in einigen
Großmärkten liegt die Pipeline inzwischen bei weniger als 46.450 Quadratmetern. Auch CBRE registriert eine langsame, aber stabile Erholung:
Aktive Mietinteressenten deuten laut U.S. Real Estate Market Outlook 2025 auf ein voraussichtliches Plus von rund fünf Prozent im
kommenden Jahr hin. Nach einer langen Phase der Konsolidierung kehren damit die ersten Wachstumsbranchen zurück – und das mit
spürbarem Einfluss auf die Flächennachfrage.
KI und Tech: die neue Triebkraft physischer Arbeitsräume
Die Tech- und insbesondere die KI-Industrie zählen zu den sichtbarsten Rückkehrern in den US-Büromarkt. Laut CBRE wird die Künstliche
Intelligenz „über das nächste Jahrzehnt ein maßgeblicher Treiber der Büroflächennachfrage sein“. Bereits 2024 zeigte sich dieser Trend
deutlich: Tech-Firmen stellten rund 18 Prozent des gesamten US-Leasings, wie CBRE berichtet, während CoStar eine landesweite Erholung
„getragen durch KI-Nachfrage“ bestätigt. Der Grund dafür liegt in den technischen Anforderungen. KI-Teams benötigen physische
Infrastruktur, die Homeoffice nicht ersetzen kann – etwa Hardware- und Testumgebungen, sichere Rechenkapazitäten und hochfrequente
Entwicklungsprozesse, die in Präsenz schneller ablaufen. CBRE erwartet daher, dass gerade wachstumsstarke kleinere KI-Unternehmen
2025 vermehrt Flächen zwischen rund 900 und 1.850 Quadratmetern anmieten werden.
Legal is back: Wie Kanzleien den Markt antreiben
Die Rechtsbranche gehört derzeit zu den aktivsten Nachfragern am US-Büromarkt. Laut Cushman & Wakefield übertrifft sie andere Bürosektoren
sowohl beim Leasingvolumen als auch beim Beschäftigungswachstum. Savills beziffert ihren Anteil am gesamten US-Leasingmarkt
inzwischen auf 10,5 Prozent – etwa doppelt so hoch wie vor der Pandemie –, und auch Reuters bestätigt diese starke Dynamik.
Ursache für die vermehre Flächennachfrage durch Kanzleien ist deren Arbeitsmodell. Die Ausbildung junger Juristen basiert auf enger
Zusammenarbeit, direktem Feedback und dem sogenannten Apprenticeship-Prinzip, das sich im Homeoffice kaum abbilden lässt. Gleichzeitig
erfordern viele Mandate strenge Vertraulichkeit und regulatorische Sicherheit, die in privaten Arbeitsumgebungen schlicht nicht
darstellbar sind. Hinzu kommt die strategische Bedeutung hochwertiger Räumlichkeiten: Repräsentative Standorte und gut ausgestattete
Büros stärken das Vertrauen von Mandanten und wirken als Wettbewerbsvorteil im Recruiting.
Die neue Nachfrageelite: Branchen mit wachsendem Bürobedarf
Finanzdienstleister: Präsenz als Zeichen von Stabilität
Neben Tech und dem Rechtssektor gehört auch die Finanzbranche wieder zu den bedeutenden Nachfragern. JLL, CBRE und Savills berichten übereinstimmend von einer stetigen Rückkehr großer Banken, Vermögensverwalter und Private-Equity-Firmen in hochwertige Flächen. Savills schätzt ihren Anteil am Gesamtleasing 2024 auf rund 20 Prozent. Besonders Großbanken wie JPMorgan, Goldman Sachs oder Morgan Stanley verfolgen mittlerweile wieder weitgehend vollpräsente Arbeitsmodelle. Für den Finanzsektor hat das Büro eine kulturelle und symbolische Funktion: Es signalisiert Stabilität gegenüber Kunden und schafft einen Rahmen für schnelle, präzise Teamarbeit
– insbesondere in Transaktionen, Portfolio-Management und Due-Diligence-Prozessen. Hinzu kommt der Wettbewerb um Talente, der Premiumflächen in guten Lagen wieder attraktiver macht.
Die Nachfrage kehrt zurück
2025 könnte das Jahr sein, in dem der US-Büromarkt in eine stabilere Phase eintritt. Branchen wie KI/Tech, die Rechtswirtschaft und
die Finanzindustrie nutzen Büroflächen wieder deutlich intensiver, weil ihre Arbeitsprozesse, Sicherheitsanforderungen oder organisatorischen
Modelle physische Räume gezielt voraussetzen. Diese neue Struktur – weniger breit, aber klar fokussiert – kann dem Markt
nachhaltigen Halt geben. Sie signalisiert eine Rückkehr zu planbaren, strategischen Mietentscheidungen und damit die Chance, 2025 zu
einem echten Wendepunkt für den US-Büromarkt zu machen.
Good News aus den USA 2025 – die freundliche Seite des Jahres
Städte werden grüner denn je
Die USA pflanzen so viele Bäume wie seit Jahrzehnten nicht mehr
Städte von Denver bis Raleigh starten groß angelegte Urban-Greening-Programme. Neue Straßenbäume, Mini-Wälder und begrünte Plätze
machen die Städte nicht nur kühler, sondern auch lebenswerter. Ein Jahr, das zeigt: Stadtplanung kann richtig gute Laune machen.
Willkommen zurück, Indie-Bookstores!
Der unabhängige Buchhandel erlebt ein Comeback
2025 werden in den USA mehr als 100 neue unabhängige Buchhandlungen eröffnet – ein kleines Wunder in Zeiten des Onlinehandels. Die
neuen Stores setzen auf Community-Events, kuratierte Auswahl und echte Begegnungen. Ein leises Revival, das laut gefeiert wird.
Food-Rescue-Initiativen sorgen für weniger Verschwendung
Mit Apps wie „Too Good To Go“ und neuen kommunalen Programmen sinkt in vielen US-Städten 2025 das Aufkommen an Lebensmittelabfällen.
Restaurants, Händler und Verbraucher ziehen an einem Strang und retten Essen, das früher im Müll gelandet wäre.
Film und Musik erleben einen echten Aufschwung
2025 gehört zu den lebendigsten Kulturjahren seit Langem. Festivals sind ausverkauft, Indie-Filme feiern Erfolge, und die Live-Musikszene
pulsiert wie selten zuvor. Ein Jahr voller kreativer Energie – und voller Menschen, die sie erleben wollten.